Myakka River State Park: Ein märchenhafter Park auf dem Weg nach Anna Maria Island

Unser nächstes Quartier ist ein kleines, strandnah gelegenes Cottage auf Anna Maria Island, das wir vor wenigen Tagen nur aufgrund eines sehr glücklichen Zufalls für eine Woche buchen konnten. Ein älteres Ehepaar hatte dieses Häuschen eigentlich bereits für einen längeren Zeitraum gemietet, ist dann aber kurzfristig wieder ausgezogen, weil ihnen der Lärm einer nahegelegenen Baustelle etwas zu schaffen machte und sie absolute Ruhe suchten.  Dies teilte uns die Vermieterin Giovanna fairerweise mit, bevor wir den „pay-button“ auf „Ferienwohnung-direkt“ drückten. Wir beschlossen das Risiko, einer zeitweise etwas lärmenden Baustelle in Kauf zu nehmen, da wir als Eltern zweier kleiner Kinder ohnehin an einen gewissen Lärmpegel gewöhnt sind und wir darüber hinaus wahrscheinlich nie mehr so kurzfristig an ein so schönes Haus in solch traumhafter Lage gekommen wären. 

Anna Maria Island ist eine kleine, beschauliche Insel im Golf von Mexiko, die etwas südlich der Tampa Bucht und somit etwa zwei Autostunden vom Pyramidendorf bei Fort Myers entfernt liegt. 

Auf dem Weg dorthin besichtigen wir sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß den Myakka River State Park, ein im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaftes Stück Natur, in dem wir gleich zu Beginn, aus sicherer Entfernung von einer Brücke aus, mehrere sich im und am Myakka River sonnende Alligatoren beobachten können. Interessanterweise scheinen die vielen, Kajak fahrenden Touristen offensichtlich keine Angst vor den riesigen Reptilien zu haben, anders kann ich mir nicht erklären, wie man freiwillig mit einem fragilen Gefährt einen Fluss befährt, an dem überall Alligator-Warnschilder positioniert sind und in dem es von diesen Tieren nur so wimmelt. 

Nach diesem ersten eindrucksvollen Erlebnis sind alle begeistert. Wir fahren ein kurzes Stück mit dem Auto durch den Park und erkunden dann zu Fuß eine fast märchenhafte Welt: Der sogenannte Canopy Rundweg führt uns durch einen Wald mit wirklich bizarren Baumformen und einer einmaliger Vegetation. Manchmal kommt es mir fast so vor, als würden die Bäume gleich mit uns zu sprechen anfangen, so wie in Tolkiens Mittelerde. 

Am Ende des ca. 40 Minuten andauernden Rundweges klettern wir über eine auf Höhe der Baumkronen gelegene Holzbrücke zu einem Aussichtsturm, von dem aus wir den zauberhaften Myakka Park nun auch von oben bestaunen  können.

Überall sind die Bäume mit spanischem Moos behangen. Robert gefällt der Höhenweg so gut, dass er ihn als einziger von uns gleich zweimal läuft- einmal mit meinem Mann und einmal mit mir. Von mir kann er diese Vorliebe für luftige Höhen nicht geerbt haben, denn ich bin trotz der spektakulären Sicht dort oben, die ich gar nicht so richtig genießen kann, froh, als ich wieder am Boden bin.

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