Kontraste -Von Frankfurt nach Miami 

Wir sind am Strand von Miami Beach. Vor uns die unendlich wirkende Weite des Atlantiks, in der Luft mehrere verspielte Möwen und am Himmel ein paar Wölkchen, die wie luftiger Zuckerguss wirken.

Wie kann das sein? Vor weniger als 15 Stunden waren wir noch im kalten, teilweise sogar verschneiten Deutschland.

Irgendwie kann ich diesen plötzlichen Ortswechsel noch gar nicht fassen. Meine zwei kleinen Jungs gönnen mir aber auch nur eine sehr überschaubare Anzahl an Momenten, in denen ich über das Geschehene nachdenken kann.

Der ca. neun Stunden andauernde Flug von Frankfurt nach Miami verlief erstaunlicherweise recht reibungslos oder sagen wir besser den Umständen entsprechend gut. Mein Mann und ich waren nämlich mit einem äußerst lebhaften Kleinkind und einem gerade erst fünf Monate alt gewordenen Säugling unterwegs. Beim Betreten der Business-Klasse bekam ich zunächst leichte Beklemmungen, als ich in die Gesichter der Mitreisenden blickte. Diese hatten ganz offensichtlich Angst davor, dass Ihnen ein quengelndes Kleinkind und ein ständig schreienden Baby den Flug vermießen würden. Anders waren die Merkelschen Gedächtnislefzen, die bei so manchem Fluggast zu Tage traten, als sie die zwei kleinen Kinder sahen, nicht zu erklären. Ganz besonders düster schaute uns ein etwas betagteres Ehepaar an, das in der Reihe direkt hinter uns saß. Unfassbar, wie grimmig Menschen beim Anblick eines lächelnden Säuglings blicken können, den ich an diesem Tag auch noch besonders süß eingekleidet hatte.

Das Baby hat während des Fluges nur sehr wenig geschrien. Wir mussten es zwar viel herumtragen, weil es offensichtlich doch etwas verwirrt war von der neuen, unbekannten Umgebung, aber laut war es nicht und es verursachte beim Flugpersonal keinerlei zusätzliche Arbeit. Ganz im Gegenteil: Die nette, asiatische Stewardess war so begeistert von unserem kleinen Ferdinand, dass sie ihn sogar einmal für eine Weile im Flugzeug umhertrug. Unser dreijähriger Sonnenschein merkte gar nicht, dass er in der Luft schwebte, da ihn der Ice Age-Dinosaurier-Film so fesselte, dass er ihn gleich drei Mal anschauen musste. Nur vereinzelt nahm man ihn war, als er wieder einmal laut über eine Filmszene lachte. Das grimmige Ehepaar hinter uns beschäftigte aber mit seinen Beschwerden und Nörgeleien eine ganze Crew. Woher wusste ich beim ersten Anblick dieser Menschen dass es so kommen würde?  Egal. Wir sind da, in der Sonne, am Meer. Juhu!

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